Elisabeth von Stechow   Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Beeinträchtigung der emotional-sozialen Entwicklung

  
 

SMFö 11

Förderschwerpunkt "Beeinträchtigung der emotionalen und sozialen Entwicklung"




Tagesveranstaltung 15.6.2026


Thema: Historische Konstruktionen von Verhaltensstörungen
Das 19. Jahrhundert


Die Einführung in die historischen Grundlagen dieser Weiterbildung beschäftigen sich mit ideengeschichtlichen und institutionsgeschichtlichen Zugängen zur Verhaltensgestörtenpädagogik in der bürgerlichen Gesellschaft seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert, die ihre Fortsetzung in modernen Bildern des Kindes mit Beeinträchtigungen in der emotionalen und sozialen Entwicklung findet. Die Ideengeschichte zeigt auf die historischen Konstruktionen des schwierigen Kindes als sittlich-verwahrlostes Kind, das Ende des 18. Jahrhundert durch Pestalozzi und im 19. Jahrhundert durch Wichern geprägt wurde. Hier wird Wichern vorgestellt, der der Pädagogik einen neuen Zugang zu schwierigen Kindern eröffnet, weil er die Ursache schwieriger Verhaltensweisen mit dem Aufwachsen unter ungünstigen gesellschaftlichen Umständen und Erziehungsbedingungen begründete. Seine Institution der Heimerziehung, das Rauhe Haus ist bis heute Vorbild moderner Heimeinrichtungen. Im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts werden Fragen der Erziehung der „verwahrlosten Jugend“ als Folge der Verarmung breiter Bevölkerungsschichten zunehmend als staatliche Aufgabe einer Fürsorgeerziehung diskutiert und findet in zahlreichen Gesetzen zum Kinder- und Jugendschutz ihre juristische Entsprechung. Die modernisierten Fürsorgeeinrichtungen sind jedoch nicht mehr so idyllisch, wie das Rauhe Haus es war. Das Elend der Heimerziehung besteht bis in die 70iger Jahre des 20. Jahrhunderts


Thema: Die Konstruktion der Sittlichen Verwahrlosung


Vorlesung: Sittliche Verwahrlosung und religiöse Erziehung bei Wichern (9-10.15 Uhr)















Texte: Wicherns Pädagogik im Rauhen Haus


Die folgenden Texte zum Rauen Haus stammen aus dem Buch von Bettina Lindmeier: Die Pädagogik des Rauhen Hauses. Zu den Anfängen der Erziehung schwieriger Kinder bei Johann Hinrich Wichern. Bad Heilbrunn: Klinkhardt 1998.



Gruppe 1 Religiöse Erziehung
Lindmeier, B. (1998) Religioese Erziehung.pdf (6MB)
Gruppe 1 Religiöse Erziehung
Lindmeier, B. (1998) Religioese Erziehung.pdf (6MB)
Gruppe 2 Freizeit im Rauhen Haus
Lindmeier, B. (1998) Rauhes Haus Freizeit.pdf (6.66MB)
Gruppe 2 Freizeit im Rauhen Haus
Lindmeier, B. (1998) Rauhes Haus Freizeit.pdf (6.66MB)
Gruppe 3 Schule
Lindmeier, B. (1998) Schule.pdf (8.26MB)
Gruppe 3 Schule
Lindmeier, B. (1998) Schule.pdf (8.26MB)



Gruppe 4 Arbeitserziehung
Lindmeier, B. (1998) Arbeit.pdf (9.41MB)
Gruppe 4 Arbeitserziehung
Lindmeier, B. (1998) Arbeit.pdf (9.41MB)







Einzelarbeit:


Bitte lesen Sie den Text Ihrer Gruppe. (Zeitfenster 10-11 Uhr)
Gruppenarbeit:


Diskutieren Sie die Pädagogik des Rauhen Hauses für den ausgewählten Bereich in der Gruppe  und überlegen Sie , welche Elemente in der Gegenwart noch von Interesse sein könnten.  Fassen Sie die wichtigsten Ergebnisse zusammenfassen und präsentieren Sie diese auf einem Plakat oder einem Format Ihrer Wahl  (Zeitfenster 11-13 Uhr).

Mittagspause: 13 -14 Uhr


Thema: Verwahrlosung als gesellschaftliche Aufgabe am Ende des 19. Jahrhunderts

Das Kinderelend war im ausgehenden 19. Jahrhunderts, trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs und gesetzlichem Kinderarbeitsschutz, keineswegs beseitigt. Berichte über die hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit, Berichte über die Armut, die Wohnverhältnisse und die Verbreitung des Alkoholismus legen davon ein Zeugnis ab. Zeitgenössische statistische Erhebungen weisen darauf hin, dass immer noch ein Drittel der Volksschüler einer so genannten Kleinarbeit nachgehen müssen, um den Familienunterhalt mit zu sichern. Die Reichskriminalstatistik für 1896 gibt darüber Auskunft, dass 43 962 Jugendliche wegen Verbrechen und Vergehen gegen Reichsgesetzte verurteilt worden sind. Im Jahre 1882 wurden „nur“ 30 962 Jugendliche verurteilt, es kann also eine Steigerung der Jugendkriminalität für den angegebenen Zeitraum um 47% festge- stellt werden (Trüper 1900, S. 6)12. Die zeitgenössischen Pädagogen nehmen die Heranwachsenden als „bedrohte/ drohende Jugend“ bzw. „gefährdete/ gefährliche Jugend“ wahr. Die Sorge um das Kind und den Jugendlichen wird hier in den Kontext der Lösung der „sozialen Frage gestellt, die es zu lösen gilt. Die neuen Sozialversicherungssysteme sicheren und verbessern die Situation der Lohnarbeiter, die Fürsorge hingegen hat einen negativen Charakter, sie droht mit Erziehungs- und Abschreckungsprozessen Die Kinder, die als verwahrloste Kinder bezeichnet werden, gehen aus diesem Prozess hervor und stellen, als problematische „Randgruppenkinder“, die große Masse der Fürsorgezöglinge, die in Heil- und Erziehungsanstalten untergebracht werden.


Vorlesung: Verwahrlosung als gesellschaftliches Problem vom Ende des 19. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts
Aufgabe:

















Bitte hören Sie sich die Vorlesung an (14-15 Uhr)


Film: "Und alle haben geschwiegen" "Heimerziehung in den 50iger und 60iger Jahren des 20. Jahrhunderts"









Aufgabe:


Bitte sehen Sie sich den Film an (Zeitfenster 15-16 Uhr)


Textarbeit zur Heimerziehung:






Aufgabe: Bitte lesen Sie den Text und machen sich Notizen über die "Schwarze Pädagogik" für die morgige Veranstaltung. (Zeitfenster 16-17 Uhr)

17 Uhr Ende der Veranstaltung


Vielen Dank für Ihre Mitarbeit!




Tagesveranstaltung 16.6.2026


Thema: Historische Konstruktionen von Verhaltensstörungen


Das 20. Jahrhundert
Die Entstehung einer besonderen Pädagogik für schwierige Kinder: Von der Lehre von den Kinderfehlern bis zum Psychopathiekonzept


Eine systematische pädagogische Auseinandersetzung mit schwierigem Kinderverhalten kann auf die Lehre von den Kinderfehlern der Philanthropen zurückverfolgt werden. Diese pragmatisch-pädagogische Reformbewegung will eine, im Sinne der Aufklärung, vernünftige Erziehung. Sie stellt nicht so sehr die Perfektibilitätsidee (Erziehung zur Vollkommenheit) in den Vordergrund, vielmehr steht die Utilitarität (Erziehung zur Nützlichkeit) im Mittelpunkt ihrer Erziehungsbemühungen. Die Arbeitsfähigkeit wird zu einer zentralen Frage in der philanthropischen Volkserziehung. Neben der Ermahnung zur Nützlichkeit finden für fast alle kindlichen Lebensbereiche Gefahren und kindliche Fehler Beachtung. Volkserziehung wird in Anlehnung an die Medizin als Therapie bzw. Heilung konzipiert, so kommt auch dem Erzieher die Aufgabe zu, die Kinderfehler zu heilen. Zunächst tauchen Kinderfehler noch als „Unarten der Kinder“ auf, womit sowohl unerwünschte Äußerungen, wie Weinen, Schreien oder das Gebrauchen ungezogener Ausdrücke gemeint sind, aber auch Verhaltensweisen, die als charakterliche Eigenschaften angesehen werden, wie Habsucht, Bosheit oder Genäschigkeit. In einer der ersten umfassenden pädagogischen Theorien des 19. Jahrhunderts systematisiert Johann Friedrich Herbart (1776-1841) die Fehlerlehre und spricht bereits von „besonderen Zweigen der Pädagogik“. Herbart forderte eine „genaue Sonderung der Schüler“, um, trotz der „Verschiedenheit der Köpfe“, alle zu besseren Leistungen zu bringen (Herbart 1835). Eine tatsächliche Pathologisierung der Pädagogik kann nicht als Anliegen von Herbart bezeichnet werden. Dennoch hat er der Pathologisierung der unerwünschten kindlichen Verhaltensweisen die Tore geöffnet, wie es sich bei seinem Schüler Strümpell zeigt. Während Herbart „das pädagogische Eigentliche“ im Umgang mit den Fehlern der Zöglinge hervorhebt und mit „einheimischen Begriffen“ beschreibt, greift sein Schüler Ludwig Adolf Heinrich Strümpell (1812-1899) wieder auf die Idee der heilenden Pädagogik zurück und entlehnt sein Begriffsinventar aus der Medizin. Strümpell, der um die Jahrhundertwende als einer der bedeutendsten Pädagogen seiner Zeit angesehen wurde, gilt als Hauptvertreter einer systematischen Pädagogischen Pathologie. Strümpells Lehre stellt ein Novum dar, weil sie sich ausschließlich mit dem Problemfeld „Kinderfehler“ beschäftigt, das zugleich den Anspruch stellt, eine „Grundlegung“ für eine eigenständige wissenschaftliche Teildisziplin der Pädagogik zu sein. Strümpell bemühte sich um eine psychologische Begründung der Kinderfehler. Zwar sah er „Kinderfehler“ nach wie vor als Abweichung vom pädagogischen Ideal an, er beschrieb in erster Linie „allgemeine Fehler“, die Erziehungsschwierigkeiten bereiteten. Doch versucht er die physiologisch-psychologischen Zusammenhänge zu ergründen und wissenschaftlich zu erklären. Der lange Fehlerkatalog Strümpells, er beschreibt mehr als 300 Kinderfehler, bezeichnet die Grenzen der Normalität eines akzeptierten Verhaltens. Bereits in seiner „psychologischen Pädagogik“ (1880) erklärte Strümpell „Kinderfehler“ als Abweichung vom normalen kindlichen Seelenleben. Strümpell führt, in Anlehnung an die Psychopathielehre von Koch, im Jahr 1892 den Begriff der „psychopathischen Minderwertigkeit“ in die Pädagogik ein. Die „Lehre von den Kinderfehlern“ verliert immer mehr zugunsten der Theorie der „psychopathischen Minderwertigkeit“ an Bedeutung. Somit kann Strümpells Werk zugleich als Höhepunkt und Ende der „Lehre von den Kinderfehlern“ angesehen werden (Göppel 1989, S. 117 ff). Die 1896 von Strümpell, Trüper und Koch gegründete Zeitschrift „Die Kinderfehler“ wird von der Heilpädagogik und der Kinder- und Jugendpsychiatrie als konstituierendes Verbandsorgan benannt. Anfang des 20. Jahrhunderts wird sie in „Zeitschrift für Kinderforschung“ umbenannt, die moderne Psychopathen-Lehre, beschreibt von nun an, die Ursachen und Folgen des anormalen Verhaltens von Kindern.


Vorlesung: Das Psychopathie-Konzept











Hier gibt es leider keine PDF-Datei.


Aufgabe: Bitte hören Sie sich die Vorlesung an (9-10 Uhr)

Thema: Schwierige Kinder in der NS-Zeit und in der DDR


Die „besondere“ Pädagogik für die Schwachen und Kranken im Nationalsozialismus


In der Zeit des Nationalsozialismus setzt sich Karl Tornow, Hauptschriftleiter der Zeitschrift Die deutsche Sonderschule und hoher Funktionär in der nationalsozialistischen Fachschaft Sonderpädagogik dafür ein , die Begriffe Sonderpädagogik und Sonderschule in die Terminologie der nationalsozialistischen Schulpädagogik zu übernehmen, da die Verwendung des Begriffs Heilpädagogik eine Entwertung des nationalsozialistischen Heils-Begriffes sei (vgl. Hänsel 2008), aber auch die neuen Hilfsschüler/innen besser beschreibe: „Der Begriff der Besonderung hat den Vorteil, dass hier nur eine Abweichung vom Üblichen mitgedacht wird, ohne dass sich wie beim Heilen eine Sinngebung auf Krankes, Anormales, Defekthaftes und wie die gefühlsbetonten Begriffe alle heißen, die uns so leicht gegeneinander aufbringen, einschleichen“ (Karl Tornow zit. nach Hänsel 2006, 103). Die nationalsozialistische Sonderschule sollte als „Sammelbecken“ für diejenigen Kinder dienen, die in der Volksschule nicht mitkommen. Ihre Aufgabe wurde in der „Brauchbarmachung“ (Alfred Krampf) und der gesellschaftlichen „Anpassung“ gesehen. Kinder, die als „erblich belastet“ verunglimpft wurden, wurden der Zwangssterilisation zugeführt (Triebe 2017, S. 169). Die Hilfsschullehrer/innen übernahmen dabei die Aufgabe Personalbögen zu erstellen, die als Erfassungsinstrument für die Sterilisationsmaßnahmen dienten. Zur Unterstützung der Mediziner konstruierten oder übernahmen die Sonderpädagog/innen Diagnosen, wie angeborener Schwachsinn, Unbildbarkeit oder moralischer Schwachsinn und Unerziehbarkeit. Zwischen 1933 und 1945 wurden ca. 400.000 Zwangssterilisationen durchgeführt), ca. 300.000 Kinder und Jugendliche wurden Opfer der Euthanasiemorde oder starben in Jugendkonzentrationslagern (vgl. Ellger-Rüttgardt 2008). Die neue Begrifflichkeiten Sonderpädagogik und Sonderschule sowie die Etablierung der Hilfsschullehrer/innen als selbständige Berufsgruppe, wurden in der Nachkriegsära nicht kritisch hinterfragt, sondern als Errungenschaften betrachtet (vgl. Hänsel 2006, 2008).


Vorlesung: Die Vernichtung der "Unwerten" und "Unerziehbaren" in der NS-Zeit und in der DDR















Aufgabe: Bitte hören Sie sich die Vorlesung an (10-10.50 Uhr)



Film: Die Unwertigen: Jugendliche als Opfer der NS-Rassenhygiene und den Folgen bis heute. Ein Film von Renate Günther-Greene











Aufgabe: Bitte sehen Sie sich diese absolut sehenswerte Doku an. Ich habe Ihnen den ersten Teil verlinkt. Insgesamt sind sechs Teile auf YouTube hochgeladen, die wahrscheinlich automatisch nacheinander starten. Bitte schauen Sie sich die gesamte Doku an (Zeitfenster 10.50-12.15 Uhr).

Mittagspause: 12.15 - 13 Uhr


Einzelarbeit: Bitte wählen Sie einen der beiden unterstehenden Texte (Nationalsozialismus oder Gewalt als Erziehungsmittel in der Heimerziehung) aus und lesen Sie ihn (Zeit: 13-14 Uhr).


Gewalt als Erziehungsmittel
Hafeneger2017 GewaltAlsErziehungsmittelInDer.pdf (238.58KB)
Gewalt als Erziehungsmittel
Hafeneger2017 GewaltAlsErziehungsmittelInDer.pdf (238.58KB)




Film: Umerziehung im Jugendwerkhof Torgau
Aufgabe: Bitte sehen sie sich den Film an (14.00 -14.45 Uhr)














Online-Gruppenarbeit (Zeitfenster 15-17 Uhr)


Aufgabe:

Diskutieren Sie den Wandel der historischen Bilder von schwierigen Kindern und die Bedeutung von Gewalt in der Erziehung. Sehen Sie auch aktuelle Gefahren der Anwendung von Gewalt durch professionelles pädagogisches Personal in der schulischen und außerschulischen Erziehungshilfe?
Halten Sie die Ergebnisse Ihrer Gruppenarbeit in einer Präsentationsform Ihrer Wahl fest und senden Sie mir diese zu.

Vielen Dank für Ihre Mitarbeit!



Tagesveranstaltung 3.3.2026
Thema: Aufwachsen unter erschwerten Bedingungen

Armut und Bildungsbenachteiligung


Eine schwere gesellschaftliche Belastung und ein besonders relevanter Risikofaktor ist das Aufwachsen von Kindern in Armut. Dieses hängt untrennbar mit Bildungsbenachteiligungen zusammen. Besonders schwer trifft es dabei Kinder mit Migrationshintergrund. Hier treffen mehrere Entwicklungsrisiken aufeinander. Mit der materiellen Notsituation geht meist auch Armut im sozialen Leben der Kinder einher, die beispielsweise seltener Freund*innen mit nachhause bringen können und weniger Gelegenheiten zu haben, Kontakte zu knüpfen. Schulisch fallen sie tendenziell durch schlechtere Noten, häufigere Wiederholungen und schlechtere Integration in die Klassengemeinschaft auf. Dies hängt unteranderem mit den zeitlichen, materiellen, räumlichen und kognitiven Ressourcen der Eltern zusammen ihre Kinder zu unterstützen.


Vorlesung: Armut und Bildungsbenachteiligung (9.00-10.15 Uhr)











Aufgabe: Bitte hören Sie sich die Vorlesung an (9-10.15 Uhr)


Kaffeepause (10.15-10.30 Uhr)


Film: Reportage: Kindheit in Armut (10.30-11.15 Uhr)




Einzelarbeit (11.15-12.00 Uhr)

Bitte überlegen Sie, welchen Beitrag die Schule zur Kompensation von Kinderarmut machen kann.  Notieren Sie Ihre Überlegungen.


Mittagspause: 12.00 - 13.00 Uhr


Thema: Bindungstheorie


Die Bindungstheorie befasst sich mit dem Verhalten von Menschen in engen Beziehungen. Die Theorie untersucht zunächst die ersten Beziehungen eines Babys bzw. Kleinkindes zu seiner Mutter oder anderen wichtigen Bezugspersonen, wenn das Bindungssystem durch Ärger, Trauer oder andere Belastungen aktiviert ist. Die frühen Bindungserfahrungen sind jedoch für das weitere Leben entscheidend, denn die Heranwachsenden entwickeln auf der Basis dieser Erfahrungen innere Arbeitsmodelle, die alle weiteren Beziehung prägen.


Podcast: Bindungstheorie

Podcast: Bindungstheorie
Bindungstheorie.mp3 (18.07MB)
Podcast: Bindungstheorie
Bindungstheorie.mp3 (18.07MB)





Aufgabe: Bitte hören Sie sich den Podcast zur Bindungstheorie an oder lesen Sie den Text (Zeitfenster: 13.00-13.30)



Gruppenarbeit (Online-Meeting)

Aufgabe: Bitte teilen Sie die unten stehenden Texte in Ihrer Gruppe auf und lesen Sie sie (Lesedauer ca. 60-90 Minuten). Diskutieren Sie die Bedeutung der Ergebnisse für Ihren Schulalltag und wählen Sie eine geeignete Präsentationsform. Senden Sie mir die Ergebnisse zu (Zeitfenster 13.30-17.00 Uhr).


Text 1 Bindung und Heimerziehung
Unzner Bindungsgeleitete Interventionen im Heim.pdf (55.68KB)
Text 1 Bindung und Heimerziehung
Unzner Bindungsgeleitete Interventionen im Heim.pdf (55.68KB)



Text 3 Bindung und Gewalt
Julius Bindung und Gewalt.pdf (88.92KB)
Text 3 Bindung und Gewalt
Julius Bindung und Gewalt.pdf (88.92KB)


Text 4 Bindung und Schule
Schleiffer Bindung Schulleistung.pdf (140.92KB)
Text 4 Bindung und Schule
Schleiffer Bindung Schulleistung.pdf (140.92KB)




Vielen Dank für Ihre Mitarbeit!




Tagesveranstaltung 7.3.2026
Thema: Aufwachsen unter erschwerten Bedingungen


Kindesmisshandlung und Traumapädagogik


Häufige Ursache von Entwicklungsstörungen im emotional sozialen Bereich ist Kindesmisshandlung, wobei sich Vernachlässigung, Misshandlung und sexuelle Gewalt unterscheiden lassen. Die Kindesvernachlässigung beschreibt die Unkenntnis oder die Unfähigkeit von Eltern die körperlichen, seelischen, geistigen und materiellen Grundbedürfnisse eines Kindes zu befriedigen. Misshandlung drückt sich häufig durch Gewalt als reguläres Erziehungsmittel oder psychische Misshandlung wie Abwerten, Beschimpfen oder systematisches Überfordern des Kindes aus. Sexuelle Gewalt verletzt stets die ungestörte Gesamtentwicklung des Kindes durch vorzeitige sexuelle Erlebnisse. Alle Formen von Kindesmisshandlungen haben, neben eventuellen physischen Folgen negative Konsequenzen für die emotionale, soziale und psychische Entwicklung. Hierzu gehören Fehlentwicklungen im Sozialverhalten, Distanzlosigkeit und Aggressivität oder völliger Rückzug, Angst und Depressionen, ein mangelndes Selbstwertgefühl, Apathie und gestörte Wach- und Schlafphasen. Auch die kognitive und damit die schulische Entwicklung können beeinträchtigt werden. Probleme bei der Steuerung des Verhaltens, beeinträchtigte Bindungsfähigkeit, posttraumatische Belastungsstörungen und vermehrte Suizidversuche sind weitere schwerwiegende Folgen.


Vorlesung: Kindesmisshandlung










Kindesmisshandlung
Kindesmisshandlung 2023.pdf (16.59MB)
Kindesmisshandlung
Kindesmisshandlung 2023.pdf (16.59MB)




Aufgabe:
Vorlesung anhören und die mitlaufende PowerPoint ansehen. (Zeitfenster 9.00-10.15  Uhr)

Kaffeepause: 10.15 - 10.30 Uhr


Vorlesung: Sexuelle Gewalt gegen Kinder





Aufgabe: Bitte hören Sie sich die Vorlesung zur sexuellen Gewalt gegen Kinder an (Zeitfenster 10.30-11.15  Uhr).


Traumapädagogik


Der Begriff Trauma stammt aus dem Altgriechischen und steht für „Verletzung“ oder „Wunde“. In der Medizin wird darunter vor allem die Verletzung des Körpers verstanden, während im psychologischen Feld die Verwundung der Psyche bzw. der Seele beschrieben wird. Spricht man hier von Trauma, kann zwischen zwei verschiedenen Betrachtungsschwerpunkten unterschieden werden: Potentiell Traumatische Ereignisse und der Traumatisierung an sich.
Belastende Ereignisse, die als Traumatische Ereignisse gelten, sind gekennzeichnet durch ihr plötzliches, unerwartetes Auftreten und ihr heftiges, zerstörerisches Potential. Die betroffene Person wird mit (drohendem) Tod oder ernsthaften Verletzungen an sich oder anderen konfrontiert. Sie verspürt eine Ausweglosigkeit, welche sie hilflos, ohnmächtig und mit dem Gefühl, der Situation schutzlos ausgeliefert zu sein, zurücklässt. Dabei kann die Dauer des extremen Leids variieren und ist nicht auf einzelne Ereignisse begrenzt, sondern kann auch über mehrere Jahre hinweg erlebt werden. Die Folgen solcher traumatischen Ereignisse sind Belastungen der Psyche und mitunter psychische Störungen, die sich ebenfalls in Ausmaß, Intensität und Dauer unterscheiden können.  beschreibt aber nicht nur das traumatische Ereignis, sondern auch das daraus resultierende Erleben – die Traumatisierung – der betroffenen Person. Sie sieht sich mit extremen Bedrohungen konfrontiert, welche die eigenen individuellen, bewussten Bewältigungsmöglichkeiten überfordern. Allumfassende Hilflosigkeit und Ausgeliefert sein führen zu einem innerlich überflutenden „Stresszustand“, was wiederum dazu führt, dass die betroffene Person nicht dazu in der Lage ist, wie in gewöhnlichen Belastungssituationen aktiv zu reagieren.



Podcast: Traumapädagogik

Podcast Traumapädagogik
2.2 Traumapaedagogische Ansaetze_1.MP3 (13.24MB)
Podcast Traumapädagogik
2.2 Traumapaedagogische Ansaetze_1.MP3 (13.24MB)



Mittagspause 12-13 Uhr



Einzelarbeit:
Bitte lesen Sie den Text aufmerksam. Beantworten Sie die Impulsfragen auf Seite 100 für sich alleine (Zeitfenster 13.00-15.00)


Text Traumapädagogik
Traumapaedagogik Schule.pdf (192.85KB)
Text Traumapädagogik
Traumapaedagogik Schule.pdf (192.85KB)



Gruppenarbeit (Online-Meeting):

Diskutieren Sie auf der Grundlage der Impulsfragen auf Seite 100 welche Möglichkeiten Sie in der Schule haben, Kindern, die von Kindesmisshandlung betroffen sind und/oder traumatisierten sind, angemessen zu begegnen. Beziehen Sie die Schutzkonzepte Ihrer Schule in Ihre Überlegungen mit ein (Zeitfenster 15.00-17.00).
Erstellen Sie eine Ergebnissicherung Ihrer Wahl (Handout, Podcast, Plakat usw.)  und senden Sie mir diese  zu.


Ende der Tagesveranstaltung 17.00 Uhr


Vielen Dank für Ihre Mitarbeit!




Tagesveranstaltung am 27.1.2026
Thema: Aufwachsen unter erschwerten Bedingungen
Resilienz und familiäre Belastungen und Erziehungsstile

Diese Tagesveranstaltung  thematisiert die Risiken des Auswachsens unter erschwerten Lebensbedingungen. Doch zunächst werfen wir einen Blick  auf die Resilienzforschung: Diese beschäftigt sich mit der Frage, warum sich manche Kinder oder auch ganze soziale Systeme wie Familien, trotz belastender Lebensumstände positiv entwickeln und somit eine psychische Widerstandsfähigkeit gegenüber biologischen, psychosozialen und psychologischen Entwicklungsrisiken aufweisen. In der Resilienzforschung werden sowohl Schutzfaktoren als auch Entwicklungsrisiken erforscht. Diese Entwicklungsrisiken können problematische Lebensereignisse wir Armut, Flucht und Verlusterfahrungen aber auch überdauernde Lebenssituationen wie problematische Erziehungsstile oder Vernachlässigung sein und sind somit auch potentielle Ursachen für psychische Erkrankungen und Beeinträchtigungen im sozial-emotionalen Bereich. Die Risiken kumulieren sich – treffen zwei Risikofaktoren zusammen, ist die Wahrscheinlichkeit für eine psychische Erkrankung (und damit auch für Auffälligkeiten im Verhalten) bereits vervierfacht, bei vier Risiken verzehnfacht sie sich. Dieser Forschungsansatz ermöglicht es, Chancen und Grenzen unseres pädagogischen Handeln zu reflektieren.


 

Vorlesung: Risiko und Resilienz (9.00-10.15 Uhr)













PDF zur Vorlesung Risiko und Resilienz
Risiko_und_Resilienz_2022.pdf (4.21MB)
PDF zur Vorlesung Risiko und Resilienz
Risiko_und_Resilienz_2022.pdf (4.21MB)





Einzelarbeit (10.15 -12.00 Uhr)

Bitte lesen Sie den Text Ihrer Gruppe. Überlegen Sie welche Möglichkeiten die Resilienzförderung in der pädagogischen Arbeit bietet und ob dieses Konzept auch für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf in der emotionalen und sozialen Entwicklung fruchtbar gemacht werden kann.


Gruppe 1: Hillenbrand: Resilienz


Gruppe 2: Göppel: Resilienz und Schule


Gruppe 3: Wustmann: Resilienz und Frühpädagogik


Gruppe 4: Fingerle: Resilienz




Gruppe 5: Opp/Wenzel: Risiko und Schutzfaktoren in der Schule





Mittagspause (12-13 Uhr)


Gruppenarbeit (13.00-15.45)

Aufgabe:
Diskutieren Sie im Online-Meeting in Ihrer Gruppe die Frage:
Welche Möglichkeiten der Resilienzförderung sind in der pädagogischen Arbeit vorstellbar und bieten sich für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf in der emotionalen und sozialen Entwicklung an?


Ergebnissicherung:

Ergebnisse der Gruppenarbeit zusammenfassen und als Plakat oder Podcast (max. 10 Minuten!) mir zusenden (1 Plakat/Podcast pro Gruppe).


Thema: Familiäre Belastungen und Erziehungsstile

Familiäre Belastungen und ungünstige Erziehungsstile haben einen maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung von Heranwachsenden. Kinder die unter solchen Risikosituationen aufwachsen neigen auch schulisch häufig zu Disziplinproblemen und zeigen eher schlechte Leistungen.



Vorlesung: Familiäre Belastungen und Erziehungsstile (16.00-17.00)










PDF zur Vorlesung Familie und Erziehung
Familie_und_Erziehung_2024.pdf (12.74MB)
PDF zur Vorlesung Familie und Erziehung
Familie_und_Erziehung_2024.pdf (12.74MB)




Bitte hören Sie sich die Vorlesung an und reflektieren Sie Ihren Erziehungsstil als Lehrer*in.

Ende: 17 Uhr












Tagesveranstaltung am 23.1.2026
Thema: Einführung in den Förderschwerpunkt "Beeinträchtigung der emotionalen und sozialen Entwicklung"


Die Inklusion von Schüler*innen mit emotional-sozialen Beeinträchtigungen stellt viele Fach- und Lehrkräfte vor eine besondere Herausforderung. Die Hintergründe für die Entwicklung von emotionalen und sozialen Beeinträchtigungen verweisen auf sehr komplexe und multiple Problemla gen, die sich in den unterschiedlichen Lebensweltbezügen von Kindern einstellen. Im ersten Baustein soll ein grundlegender, aber aktueller Wissensstand zum Thema „Beeinträchtigung in der emotionalen und sozialen Entwicklung“ vermittelt werden. Kinder können in der Schule durch ihr Verhalten zum Ausdruck bringen, dass ihre Entwicklung bzw. ihr Leben durch innere und/oder äußere Gegebenheiten beeinträchtigt ist. Die Art und Weise des Verhaltens, wie diese Kinder auf diese Beeinträchtigung im Person-Umwelt-Bezug aufmerksam machen, ist wie die Kinder selbst, sehr unterschiedlich und individuell. Die Ursachen und Genese dieser „Verhaltensstörungen“ sind zumeist multidimensional, durch mehrere, zusammenwirkende Faktoren bedingt und lassen sich nur unter komplexen Aspekten erkennen und erklären.

Audio-Vorlesung: Beeinträchtigungen der emotionalen und sozialen Entwicklung aus pädagogischer  Sicht (9.00 Uhr - 10.00 Uhr)

















Einzelarbeit (10.00-10.15 Uhr) 

Reflexion

Welche Erfahrungen im Umgang mit schwierigen Schüler*innen habe ich?

Welche Verhaltensweisen finde ich in meinen Schulalltag besonders belastend?

Orientieren Sie sich an der unten stehenden Tabelle (in Anlehnung an das Beobachtungsverfahren zur Analyse von aggressionsbezogenen Interaktionen im Unterricht (BAVIS))


BAVIS Schülerverhalten
BAVIS Kategorien von Schuelerverhalten.docx (17.14KB)
BAVIS Schülerverhalten
BAVIS Kategorien von Schuelerverhalten.docx (17.14KB)





Audio-Vorlesung: Beeinträchtigungen der emotionalen und sozialen Entwicklung aus psychiatrischer  Sicht (10.30 Uhr - 11.30 Uhr)













Einzelarbeit: Psychiatrische Störungsbilder
Texte für die Gruppenarbeiten (11.30-14.30 Uhr inklusive 45 Minuten Mittagspause)


Bitte lesen Sie die Texte Ihrer Gruppe. Die Texte mit "Mal5 kjp" im Titel sind häufig recht lang und dienen der Vertiefung, die anderen Texte sind kurz und geben einen Überblick. Sie können die Texte auch innerhalb Ihrer Gruppe aufteilen. Bitte machen Sie sich kurze Notizen der wichtigsten Ergebnisse für die Gruppenarbeit.



Gruppe 1: Essstörungen


Bulimie
Mal5 Bulimie.pdf (164.15KB)
Bulimie
Mal5 Bulimie.pdf (164.15KB)


Adipositas
Mal5 Adipositas.pdf (154.42KB)
Adipositas
Mal5 Adipositas.pdf (154.42KB)
Essstörungen
Mal5 kjp_Essstoerung.pdf (1.05MB)
Essstörungen
Mal5 kjp_Essstoerung.pdf (1.05MB)




Gruppe 2: Zwangsstörungen und Asperger-Syndrom


Asperger Syndrom
Mal5 kjp_Asperger.pdf (215.1KB)
Asperger Syndrom
Mal5 kjp_Asperger.pdf (215.1KB)


Zwangsstörungen
Mal5 Zwangsstoerungen.pdf (600.4KB)
Zwangsstörungen
Mal5 Zwangsstoerungen.pdf (600.4KB)
Zwangsstörungen
Mal5 kjp_Zwangsstorung_1.pdf (442.87KB)
Zwangsstörungen
Mal5 kjp_Zwangsstorung_1.pdf (442.87KB)
Asperger Syndrom
Mal5 Asperger Syndrom.pdf (224.73KB)
Asperger Syndrom
Mal5 Asperger Syndrom.pdf (224.73KB)




Gruppe 3: Angststörungen


Angststörungen
Mal5 kjp_Angststorung.pdf (537.54KB)
Angststörungen
Mal5 kjp_Angststorung.pdf (537.54KB)
Phobische Störungen
Mal5 kjp_phobische_Storung.pdf (391.47KB)
Phobische Störungen
Mal5 kjp_phobische_Storung.pdf (391.47KB)



Gruppe 4: Autoaggression und Suizidalität





Gruppe 5: Depressive Störung


Depressive Störungen
Mal5 kjp_depressive Stoerungen.pdf (951.55KB)
Depressive Störungen
Mal5 kjp_depressive Stoerungen.pdf (951.55KB)



Depressionen
Mal5 Depressive Stoerungen.pdf (169.43KB)
Depressionen
Mal5 Depressive Stoerungen.pdf (169.43KB)





Online-Gruppenarbeit (Zeitfenster 14.30-17.00 Uhr)


Bitte treffen Sie sich mit Ihrer Gruppe online und diskutieren Sie die Erkenntnisse aus den Texten, die Sie für Ihren schulischen Alltag relevant finden. Erstellen Sie ein Plakat, auf dem Sie Ihrer wichtigsten Ergebnisse festhalten, so dass auch die anderen Gruppen, von Ihrer Arbeit profitieren können. Bei den Gruppenarbeiten geht es darum, die Inhalte im gemeinsamen Gespräch zu vertiefen und zu reflektieren. Das Plakat muss deshalb auch keinen Anspruch auf inhaltliche Vollständigkeit haben und soll in dem dafür vorgesehenen Zeitfenster erstellt werden.
Bitte schicken Sie das Ergebnis der Gruppenarbeit im Anschluss an mich und an die Teamer*innen, damit diese es auf den Bildungsserver hochladen können.


Hausaufgabe

Bitte schauen Sie sich die Plakate der anderen Gruppen an, damit Sie auch diese Informationen zur Kenntnis nehmen.

Ende der Veranstaltung 17 Uhr

Vielen Dank für Ihre Mitarbeit!
Ihre Elisabeth von Stechow