SMFö 11
Förderschwerpunkt "Beeinträchtigung der emotionalen und sozialen Entwicklung"
Tagesveranstaltung 3.3.2026
Thema: Aufwachsen unter erschwerten Bedingungen
Armut und Bildungsbenachteiligung
Eine schwere gesellschaftliche Belastung und ein besonders relevanter Risikofaktor ist das Aufwachsen von Kindern in Armut. Dieses hängt untrennbar mit Bildungsbenachteiligungen zusammen. Besonders schwer trifft es dabei Kinder mit Migrationshintergrund. Hier treffen mehrere Entwicklungsrisiken aufeinander. Mit der materiellen Notsituation geht meist auch Armut im sozialen Leben der Kinder einher, die beispielsweise seltener Freund*innen mit nachhause bringen können und weniger Gelegenheiten zu haben, Kontakte zu knüpfen. Schulisch fallen sie tendenziell durch schlechtere Noten, häufigere Wiederholungen und schlechtere Integration in die Klassengemeinschaft auf. Dies hängt unteranderem mit den zeitlichen, materiellen, räumlichen und kognitiven Ressourcen der Eltern zusammen ihre Kinder zu unterstützen.
Vorlesung: Armut und Bildungsbenachteiligung (9.00-10.15 Uhr)
Aufgabe: Bitte hören Sie sich die Vorlesung an (9-10.15 Uhr)
Kaffeepause (10.15-10.30 Uhr)
Film: Reportage: Kindheit in Armut (10.30-11.15 Uhr)
Einzelarbeit (11.15-12.00 Uhr)
Bitte überlegen Sie, welchen Beitrag die Schule zur Kompensation von Kinderarmut machen kann. Notieren Sie Ihre Überlegungen.
Mittagspause: 12.00 - 13.00 Uhr
Thema: Bindungstheorie
Die Bindungstheorie befasst sich mit dem Verhalten von Menschen in engen Beziehungen. Die Theorie untersucht zunächst die ersten Beziehungen eines Babys bzw. Kleinkindes zu seiner Mutter oder anderen wichtigen Bezugspersonen, wenn das Bindungssystem durch Ärger, Trauer oder andere Belastungen aktiviert ist. Die frühen Bindungserfahrungen sind jedoch für das weitere Leben entscheidend, denn die Heranwachsenden entwickeln auf der Basis dieser Erfahrungen innere Arbeitsmodelle, die alle weiteren Beziehung prägen.
Podcast: Bindungstheorie
Aufgabe: Bitte hören Sie sich den Podcast zur Bindungstheorie an oder lesen Sie den Text (Zeitfenster: 13.00-13.30)
Gruppenarbeit (Online-Meeting)
Aufgabe: Bitte teilen Sie die unten stehenden Texte in Ihrer Gruppe auf und lesen Sie sie (Lesedauer ca. 60-90 Minuten). Diskutieren Sie die Bedeutung der Ergebnisse für Ihren Schulalltag und wählen Sie eine geeignete Präsentationsform. Senden Sie mir die Ergebnisse zu (Zeitfenster 13.30-17.00 Uhr).
Vielen Dank für Ihre Mitarbeit!
Tagesveranstaltung 7.3.2026
Thema: Aufwachsen unter erschwerten Bedingungen
Kindesmisshandlung und Traumapädagogik
Häufige Ursache von Entwicklungsstörungen im emotional sozialen Bereich ist Kindesmisshandlung, wobei sich Vernachlässigung, Misshandlung und sexuelle Gewalt unterscheiden lassen. Die Kindesvernachlässigung beschreibt die Unkenntnis oder die Unfähigkeit von Eltern die körperlichen, seelischen, geistigen und materiellen Grundbedürfnisse eines Kindes zu befriedigen. Misshandlung drückt sich häufig durch Gewalt als reguläres Erziehungsmittel oder psychische Misshandlung wie Abwerten, Beschimpfen oder systematisches Überfordern des Kindes aus. Sexuelle Gewalt verletzt stets die ungestörte Gesamtentwicklung des Kindes durch vorzeitige sexuelle Erlebnisse. Alle Formen von Kindesmisshandlungen haben, neben eventuellen physischen Folgen negative Konsequenzen für die emotionale, soziale und psychische Entwicklung. Hierzu gehören Fehlentwicklungen im Sozialverhalten, Distanzlosigkeit und Aggressivität oder völliger Rückzug, Angst und Depressionen, ein mangelndes Selbstwertgefühl, Apathie und gestörte Wach- und Schlafphasen. Auch die kognitive und damit die schulische Entwicklung können beeinträchtigt werden. Probleme bei der Steuerung des Verhaltens, beeinträchtigte Bindungsfähigkeit, posttraumatische Belastungsstörungen und vermehrte Suizidversuche sind weitere schwerwiegende Folgen.
Vorlesung: Kindesmisshandlung
Aufgabe:
Vorlesung anhören und die mitlaufende PowerPoint ansehen. (Zeitfenster 9.00-10.15 Uhr)
Kaffeepause: 10.15 - 10.30 Uhr
Vorlesung: Sexuelle Gewalt gegen Kinder
Aufgabe: Bitte hören Sie sich die Vorlesung zur sexuellen Gewalt gegen Kinder an (Zeitfenster 10.30-11.15 Uhr).
Traumapädagogik
Der Begriff Trauma stammt aus dem Altgriechischen und steht für „Verletzung“ oder „Wunde“. In der Medizin wird darunter vor allem die Verletzung des Körpers verstanden, während im psychologischen Feld die Verwundung der Psyche bzw. der Seele beschrieben wird. Spricht man hier von Trauma, kann zwischen zwei verschiedenen Betrachtungsschwerpunkten unterschieden werden: Potentiell Traumatische Ereignisse und der Traumatisierung an sich.
Belastende Ereignisse, die als Traumatische Ereignisse gelten, sind gekennzeichnet durch ihr plötzliches, unerwartetes Auftreten und ihr heftiges, zerstörerisches Potential. Die betroffene Person wird mit (drohendem) Tod oder ernsthaften Verletzungen an sich oder anderen konfrontiert. Sie verspürt eine Ausweglosigkeit, welche sie hilflos, ohnmächtig und mit dem Gefühl, der Situation schutzlos ausgeliefert zu sein, zurücklässt. Dabei kann die Dauer des extremen Leids variieren und ist nicht auf einzelne Ereignisse begrenzt, sondern kann auch über mehrere Jahre hinweg erlebt werden. Die Folgen solcher traumatischen Ereignisse sind Belastungen der Psyche und mitunter psychische Störungen, die sich ebenfalls in Ausmaß, Intensität und Dauer unterscheiden können. beschreibt aber nicht nur das traumatische Ereignis, sondern auch das daraus resultierende Erleben – die Traumatisierung – der betroffenen Person. Sie sieht sich mit extremen Bedrohungen konfrontiert, welche die eigenen individuellen, bewussten Bewältigungsmöglichkeiten überfordern. Allumfassende Hilflosigkeit und Ausgeliefert sein führen zu einem innerlich überflutenden „Stresszustand“, was wiederum dazu führt, dass die betroffene Person nicht dazu in der Lage ist, wie in gewöhnlichen Belastungssituationen aktiv zu reagieren.
Podcast: Traumapädagogik
Mittagspause 12-13 Uhr
Einzelarbeit:
Bitte lesen Sie den Text aufmerksam. Beantworten Sie die Impulsfragen auf Seite 100 für sich alleine (Zeitfenster 13.00-15.00)
Gruppenarbeit (Online-Meeting):
Diskutieren Sie auf der Grundlage der Impulsfragen auf Seite 100 welche Möglichkeiten Sie in der Schule haben, Kindern, die von Kindesmisshandlung betroffen sind und/oder traumatisierten sind, angemessen zu begegnen. Beziehen Sie die Schutzkonzepte Ihrer Schule in Ihre Überlegungen mit ein (Zeitfenster 15.00-17.00).
Erstellen Sie eine Ergebnissicherung Ihrer Wahl (Handout, Podcast, Plakat usw.) und senden Sie mir diese zu.
Ende der Tagesveranstaltung 17.00 Uhr
Vielen Dank für Ihre Mitarbeit!
Tagesveranstaltung am 27.1.2026
Thema: Aufwachsen unter erschwerten Bedingungen
Resilienz und familiäre Belastungen und Erziehungsstile
Diese Tagesveranstaltung thematisiert die Risiken des Auswachsens unter erschwerten Lebensbedingungen. Doch zunächst werfen wir einen Blick auf die Resilienzforschung: Diese beschäftigt sich mit der Frage, warum sich manche Kinder oder auch ganze soziale Systeme wie Familien, trotz belastender Lebensumstände positiv entwickeln und somit eine psychische Widerstandsfähigkeit gegenüber biologischen, psychosozialen und psychologischen Entwicklungsrisiken aufweisen. In der Resilienzforschung werden sowohl Schutzfaktoren als auch Entwicklungsrisiken erforscht. Diese Entwicklungsrisiken können problematische Lebensereignisse wir Armut, Flucht und Verlusterfahrungen aber auch überdauernde Lebenssituationen wie problematische Erziehungsstile oder Vernachlässigung sein und sind somit auch potentielle Ursachen für psychische Erkrankungen und Beeinträchtigungen im sozial-emotionalen Bereich. Die Risiken kumulieren sich – treffen zwei Risikofaktoren zusammen, ist die Wahrscheinlichkeit für eine psychische Erkrankung (und damit auch für Auffälligkeiten im Verhalten) bereits vervierfacht, bei vier Risiken verzehnfacht sie sich. Dieser Forschungsansatz ermöglicht es, Chancen und Grenzen unseres pädagogischen Handeln zu reflektieren.
Vorlesung: Risiko und Resilienz (9.00-10.15 Uhr)
Einzelarbeit (10.15 -12.00 Uhr)
Bitte lesen Sie den Text Ihrer Gruppe. Überlegen Sie welche Möglichkeiten die Resilienzförderung in der pädagogischen Arbeit bietet und ob dieses Konzept auch für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf in der emotionalen und sozialen Entwicklung fruchtbar gemacht werden kann.
Gruppe 1: Hillenbrand: Resilienz
Gruppe 2: Göppel: Resilienz und Schule
Gruppe 3: Wustmann: Resilienz und Frühpädagogik
Gruppe 5: Opp/Wenzel: Risiko und Schutzfaktoren in der Schule
Mittagspause (12-13 Uhr)
Gruppenarbeit (13.00-15.45)
Aufgabe:
Diskutieren Sie im Online-Meeting in Ihrer Gruppe die Frage:
Welche Möglichkeiten der Resilienzförderung sind in der pädagogischen Arbeit vorstellbar und bieten sich für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf in der emotionalen und sozialen Entwicklung an?
Ergebnissicherung:
Ergebnisse der Gruppenarbeit zusammenfassen und als Plakat oder Podcast (max. 10 Minuten!) mir zusenden (1 Plakat/Podcast pro Gruppe).
Thema: Familiäre Belastungen und Erziehungsstile
Familiäre Belastungen und ungünstige Erziehungsstile haben einen maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung von Heranwachsenden. Kinder die unter solchen Risikosituationen aufwachsen neigen auch schulisch häufig zu Disziplinproblemen und zeigen eher schlechte Leistungen.
Vorlesung: Familiäre Belastungen und Erziehungsstile (16.00-17.00)
Bitte hören Sie sich die Vorlesung an und reflektieren Sie Ihren Erziehungsstil als Lehrer*in.
Ende: 17 Uhr
Tagesveranstaltung am 23.1.2026
Thema: Einführung in den Förderschwerpunkt "Beeinträchtigung der emotionalen und sozialen Entwicklung"
Die Inklusion von Schüler*innen mit emotional-sozialen Beeinträchtigungen stellt viele Fach- und Lehrkräfte vor eine besondere Herausforderung. Die Hintergründe für die Entwicklung von emotionalen und sozialen Beeinträchtigungen verweisen auf sehr komplexe und multiple Problemla gen, die sich in den unterschiedlichen Lebensweltbezügen von Kindern einstellen. Im ersten Baustein soll ein grundlegender, aber aktueller Wissensstand zum Thema „Beeinträchtigung in der emotionalen und sozialen Entwicklung“ vermittelt werden. Kinder können in der Schule durch ihr Verhalten zum Ausdruck bringen, dass ihre Entwicklung bzw. ihr Leben durch innere und/oder äußere Gegebenheiten beeinträchtigt ist. Die Art und Weise des Verhaltens, wie diese Kinder auf diese Beeinträchtigung im Person-Umwelt-Bezug aufmerksam machen, ist wie die Kinder selbst, sehr unterschiedlich und individuell. Die Ursachen und Genese dieser „Verhaltensstörungen“ sind zumeist multidimensional, durch mehrere, zusammenwirkende Faktoren bedingt und lassen sich nur unter komplexen Aspekten erkennen und erklären.
Audio-Vorlesung: Beeinträchtigungen der emotionalen und sozialen Entwicklung aus pädagogischer Sicht (9.00 Uhr - 10.00 Uhr)
Einzelarbeit (10.00-10.15 Uhr)
Reflexion
Welche Erfahrungen im Umgang mit schwierigen Schüler*innen habe ich?
Welche Verhaltensweisen finde ich in meinen Schulalltag besonders belastend?
Orientieren Sie sich an der unten stehenden Tabelle (in Anlehnung an das Beobachtungsverfahren zur Analyse von aggressionsbezogenen Interaktionen im Unterricht (BAVIS))
Audio-Vorlesung: Beeinträchtigungen der emotionalen und sozialen Entwicklung aus psychiatrischer Sicht (10.30 Uhr - 11.30 Uhr)
Einzelarbeit: Psychiatrische Störungsbilder
Texte für die Gruppenarbeiten (11.30-14.30 Uhr inklusive 45 Minuten Mittagspause)
Bitte lesen Sie die Texte Ihrer Gruppe. Die Texte mit "Mal5 kjp" im Titel sind häufig recht lang und dienen der Vertiefung, die anderen Texte sind kurz und geben einen Überblick. Sie können die Texte auch innerhalb Ihrer Gruppe aufteilen. Bitte machen Sie sich kurze Notizen der wichtigsten Ergebnisse für die Gruppenarbeit.
Gruppe 1: Essstörungen
Gruppe 2: Zwangsstörungen und Asperger-Syndrom
Gruppe 3: Angststörungen
Gruppe 4: Autoaggression und Suizidalität
Gruppe 5: Depressive Störung
Online-Gruppenarbeit (Zeitfenster 14.30-17.00 Uhr)
Bitte treffen Sie sich mit Ihrer Gruppe online und diskutieren Sie die Erkenntnisse aus den Texten, die Sie für Ihren schulischen Alltag relevant finden. Erstellen Sie ein Plakat, auf dem Sie Ihrer wichtigsten Ergebnisse festhalten, so dass auch die anderen Gruppen, von Ihrer Arbeit profitieren können. Bei den Gruppenarbeiten geht es darum, die Inhalte im gemeinsamen Gespräch zu vertiefen und zu reflektieren. Das Plakat muss deshalb auch keinen Anspruch auf inhaltliche Vollständigkeit haben und soll in dem dafür vorgesehenen Zeitfenster erstellt werden.
Bitte schicken Sie das Ergebnis der Gruppenarbeit im Anschluss an mich und an die Teamer*innen, damit diese es auf den Bildungsserver hochladen können.
Hausaufgabe
Bitte schauen Sie sich die Plakate der anderen Gruppen an, damit Sie auch diese Informationen zur Kenntnis nehmen.
Ende der Veranstaltung 17 Uhr
Vielen Dank für Ihre Mitarbeit!
Ihre Elisabeth von Stechow